17.07.2017 03:30 |

Disc-Golfer richten Turnier aus: Präzise Würfe am Ostpark

Rüsselsheim 72 Teilnehmer zählte das Ostpark-Open im Disc-Golf. Der austragende Verein Scheibensucher präsentierte dabei als Gastgeber eine der schönsten Anlagen Deutschlands.

Maßnehmen und einlochen: Susanne Schmedt aus Münster zählt zu den 72 Teilnehmern.
Maßnehmen und einlochen: Susanne Schmedt aus Münster zählt zu den 72 Teilnehmern. Bild: Ralph Keim

Marina Antunovic nimmt Maß und schleudert die Scheibe mit einer blitzschnellen Bewegung von sich weg. Das Frisbee rast nahezu lautlos durch die Luft, beschreibt dabei eine Kurve, verliert an Fahrt und segelt schließlich zu Boden. Die 23 Jahre alte Rüsselsheimerin nickt zufrieden. Den knapp 100 Meter entfernten Korb hat sie zwar noch nicht getroffen, beim übernächsten Wurf klappt es allerdings problemlos. Sie notiert die Punktzahl auf einem Zettel und zieht mit ihren Mitspielern weiter. Doch bei der nächsten Bahn ist erst einmal Warten angesagt.

Ein guter Wurfarm hilft

Der Laie assoziiert beim Disc-Golf schnell Parallelen zum Minigolf oder auch zum Golfen. Gruppen von drei oder vier Spielern ziehen über das Gelände am Ostpark. Die Spieler nehmen Maß, holen aus, schleudern das Frisbee von sich und versuchen, mit möglichst wenigen Versuchen einzulochen. Der Unterschied ist natürlich klar: Beim Disc-Golf kommen keine Bälle, sondern Frisbee-Scheiben zum Einsatz, die in Körben „eingelocht“ werden. Gerät eine Scheibe außerhalb der Bahn, gibt es einen Strafpunkt. Ein Schläger kann freilich nicht dienlich sein, dafür ein trainierter Wurfarm und ein gutes Auge. Beim Turnier im Ostpark betrugen die Distanzen zwischen Spieler und Korb bis zu 204 Metern.

Ein Disc-Golfer hat bei seinem Hobby einiges an Utensilien mitzuführen. Foto: Ralph Keim
Ein Disc-Golfer hat bei seinem Hobby einiges an Utensilien mitzuführen.

Als der Verein Scheibensucher am Wochenende die Ostpark-Open als Teil der bundesweiten Germantour austrug, kamen 72 Teilnehmer im Alter zwischen 17 Jahren und Ende 60 aus ganz Deutschland nach Rüsselsheim, die ihre Leidenschaft auf 18 Bahnen austrugen. „Die weitesten Anreisen hatten die Spieler aus dem Allgäu und aus Dresden“, nickte Turnierleiter Guido Klein zufrieden. Der hessische Frisbeesport-Verband kann sicher sein, dass Disc-Golf-Turniere in der Opelstadt immer gut besucht sind. Denn die Rahmenbedingungen im weitläufigen Ostpark mit seinen weiten Wiesen, Wasserläufen und mächtigen Bäumen sind hervorragend.

„Das ist wirklich eine tolle Anlage“, zeigte sich auch Susanne Schmedt aus Münster begeistert. Die 51-Jährige spielt seit fünf Jahren Disc-Golf und war das erste Mal in Rüsselsheim dabei. Auch die Witterung zeigte sich ideal: nicht zu heiß, kein Regen und kaum Wind. Da machten auch die abendlichen Aktivitäten nach den Spielrunden Spaß.

Seit mehr als zehn Jahren

Disc-Golf ist im Ostpark seit jetzt mehr als zehn Jahren möglich. Dementsprechend erregten die Spieler bei den zahlreichen Joggern und Radfahrern kaum Aufmerksamkeit. „Die Spieler müssen auf die Parkbesucher selbstverständlich Rücksicht nehmen“, erläuterte Hartwig Henrich, Platzwart bei den Scheibensuchern.

Eine Familie, die mit dem Hund und kleinen Kindern unterwegs war, schaute sich das Spektakel etwas länger an und staunte nicht schlecht, dass es manchen gelang, aus nicht gerade geringer Entfernung den Korb nur knapp zu verfehlen. Ein markantes Geräusch signalisierte: Diese Scheibe ist in den Baum gerauscht. „Kann man sie nicht aus dem Geäst herunterholen, ist sie halt verloren“, grinste Kevin Suhm. Der 17-Jährige aus Reutlingen spielt seit vier Jahren Disc-Golf, findet diesen Sport absolut cool.

Am 14. und 15. Oktober richtet der Verein Scheibensucher am Waldschwimmbad ein Majorturnier aus. War das Turnier am Wochenende vergleichbar mit der Zweiten Bundesliga, stellt ein Majorturnier die Erste Bundesliga dar, mit entsprechend hohem Spielerniveau. Rüsselsheim bildet dabei den Abschluss einer Serie von insgesamt fünf Turnierorten.

Die Ergebnisse des Ostpark-Turniers sind unter www.scheibensucher.de nachzulesen.

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