13.10.2017 03:30 | Roland Stipp

Hessenliga: Mario Basler bekommt nur Spritgeld

Frankfurt Mario Basler wurde gestern mit großem Tamtam in Frankfurt als Trainer vorgestellt. Vielleicht bleibt er länger als geplant.

Der Vereinsschal steht ihm schon ganz gut: Mario Basler, der neue Rot-Weiss-Coach.
Der Vereinsschal steht ihm schon ganz gut: Mario Basler, der neue Rot-Weiss-Coach. Bild: Frank Rumpenhorst (dpa)

Mit einem lauten „Grüß Gott!“ hat sich Mario Basler gestern am frühen Abend in Frankfurt zum Dienst gemeldet. So wie Jupp Heynckes vor ein paar Tagen in München. Der trainiert bekanntlich ein paar Fußball-Klassen höher. Dennoch herrschte großer Bahnhof, als Basler als neuer Trainer des Fünftligisten Rot-Weiss Frankfurt vorgestellt wurde. Da, wo normalerweise zwei bis drei Journalisten von den zuletzt wenig erfolgreich verlaufenden Spielen des Traditionsvereins berichten, war alles vertreten, was in der Region Rang und Namen hat. Einen 30-maligen Nationalspieler bekommt man auf diesem Niveau ja auch nicht alle Tage
präsentiert.

Dass Mario Basler der Nachfolger des unlängst zum Ligakonkurrenten Watzenborn-Steinberg gewechselten Daniyel Cimen werden könnte, war nach einheitlichen Darstellungen vor wenigen Tagen noch nicht einmal ein Gedanke. Johny Baez, Spielerberater und seit der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag Verwaltungsratsmitglied bei den „Roten“, habe ihn angerufen und gefragt, ob er nicht einen Trainer für Rot-Weiss wüsste, berichtete Basler: „Und dann hat er gesagt, ich könnte es auch gleich selbst machen. Erst dachte ich, das wäre ein Späßchen, aber dann wurde schnell klar, dass er es ernst meint.“

Basler kam nach Frankfurt und schaute sich am Dienstag das Spiel gegen Tabellenführer TSV Lehnerz an, das mit 1:3 verloren ging. „Da habe ich gesehen, dass das eine junge Mannschaft mit viel Potenzial ist, der vielleicht ein bisschen das Selbstvertrauen fehlt. Und weil Johny nicht aufgehört hat zu bohren, bin ich jetzt hier“, so Basler.

„Viel Blödsinn“ sei schon geschrieben worden die letzten Tage, klagte Basler, da bei Rot-Weiss Frankfurt ein Saunaclub Sponsor ist. De facto sei es so, dass sein Engagement ein „Freundschaftsdienst“ sei für Baez. Dieser erklärte, dass der Europameister von 1996 von privaten Sponsoren bezahlt werde. „Wir finanzieren Mario mit ganz neuen Mitteln, der Verein wird nicht belastet“, bestätigte der ebenfalls erst am Freitag gewählte Präsident Ersan Dincer. „Es ging hier für mich nicht ums Geld. Der Aufwand ist minimal, ich bin froh, dass ich mein Spritgeld bekomme“, sagte Basler.

Zunächst ist das Engagement des 48-Jährigen bis zum letzten Spiel in diesem Jahr am 9. Dezember begrenzt. Die Verantwortlichen um Baez, den Sportlichen Leiter Yüksel Ekiz und Präsident Dincer machten kaum einen Hehl daraus, dass sie sich auch eine längerfristige Zusammenarbeit vorstellen könnten. „Wir werden den Spieler- wie den Trainermarkt im Auge behalten, aber unser Ziel ist, Mario länger hier zu haben“, sagte Ekiz.

Der neue Trainer, der gestern Abend erstmals mit der Mannschaft arbeitete, musste nach eigener Aussage „erst einige Dinge mit Werbepartnern und Sponsoren klären“, ehe er am Brentanobad zusagen konnte, versprühte gestern aber schon eine gewisse Energie. So gekonnt er mit der Medienschar auch umzugehen vermochte, so sehr zog es ihn auch hinaus auf den Platz. „Ich will aus den letzten neun Spielen von den möglichen 27 Punkten möglichst 27 holen“, sagte er. Davor, dass man ihn belächeln könne, weil er nun Trainer bei einem Fünftligisten ist, hat Mario Basler übrigens völlig zurecht keine Angst. „Da lache ich zurück“, sagte er.

 

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